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Schutz

Das Premium-"Betriebssystem" besteht aus den Haupt-Handlungsfeldern Ökologie, Soziales und Ökonomie; hinzu kommen noch Schutz- und Transferfelder. In allen Bereichen gibt es unterschiedlich gewichtete Module - Basismodule sind unserer Meinung nach Pflicht, einzelne Module sind wichtig aber nicht unbedingt zwingend, und die Arbeitsmodule bilden sozusagen die Kür. Hier die Module, die überwiegend im Handlungsfeld Schutz wirken, also Premium vor verschiedenen Gefahren schützen sollen die zum Teil normal sind, zum Teil aber auch durch unsere besondere Arbeitsweise erst entstehen:

 



06. Modul „Handschlag“

Premium hat in acht Jahren keinen einzigen schriftlichen Vertrag mit Partnerunternehmen abschließen müssen, ein Handschlag oder eine Mail reicht, im Fall der Fälle würde auch konkludentes Handeln genügen. Das heisst, alle Partner haben ein noch stärkeres Interesse die jeweils andere Seite fair zu behandeln, sonst kann die nämlich jederzeit aussteigen. Das gilt natürlich auch für uns; wir sind also davor geschützt, vertraglich an jemanden gebunden zu sein von dem man sich eigentlich trennen müsste. 

 
07. Modul „Konsensdemokratie“

Die Basisdemokratie wird häufig als beste Form von Demokratie gesehen - eine rein basisdemokratische = zahlenmäßige Abstimmung im Kollektiv wäre aber nicht ausreichend, denn so könnten z.B. 100 Endkunden 10 Händler im Preis drücken (was sie in der Realität durch ihre Käufe häufig tun). Umgekehrt sollten 10 Händler nicht die Macht haben, 100 Endkunden zu hohe Preise abzunehmen (was auch vorkommt). Der Schlüssel ist die z.B. im afrikanischen Raum verbreitete Konsensdemokratie: es muss so lange diskutiert werden, bis alle Beteiligten sich entweder einig sind oder einer Lösung zustmmen, mit der sie leben können. Das heisst, es gibt keinen Chef im klassischen Sinne - effektiv sind wir so davor geschützt, Fehlentscheidungen zu treffen die auf dem Willen einer einzigen Führungskraft beruhen.

 
08. Arbeitsmodul „Virtuelle Firma“

Premium hat kein Büro. Kollektivisten von Premium arbeiten wann und wo sie wollen, auch die Mitwirkung an Entscheidungen ist nicht zeitlich oder räumlich gebunden. Auf diese Weise schützen wir uns selbst vor zu hohen Fixkosten bzw. können im Fall von sinkenden Absätzen relativ gelassen bleiben. 

 

 
09. Arbeitsmodul „Zuständigkeiten“

Über die Jahre haben sich gewachsene „Zuständigkeiten“ entwickelt, in denen Kollektivisten über längere Zeit zur Zufriedenheit des Kollektivs Aufgaben erfüllt haben. Deshalb haben sie in bestimmten Grenzen Freiräume für eigene Entscheidungen, müssen aber immer damit rechnen dass das Kollektiv im Nachhinein noch Änderungen verlangt – deshalb haben sie ein starkes Motiv (neben dem intrinsischen), so zu arbeiten dass die Bedarfe aller Beteiligten berücksichtigt werden. Die tägliche Arbeit kann somit im Prinzip wie die in einem „normalen“ Unternehmen funktionieren (abgesehen davon, dass die genannten Leute über zig Städte verstreut sind) - dies schützt uns davor, allzu lange für Entscheidungen zu brauchen. 

 

 
10. Arbeitsmodul "Not-Lieferung"

Wir vereinbaren mit Getränkehändlern in aller Regel ein Zahlungsziel von zwei Wochen. Premium zahlt bei den Lieferanten sofort, wir müssen also je nach Menge einiges zwischenfinanzieren. Die Abstände zwischen den Lieferungen sind fast immer wesentlich länger als zwei Wochen - wenn ein Händler uns dennoch die Bezahlung von einer oder zwei Lieferungen schuldig bleibt und eine weitere bestellt, kann diese bei zu hohem Risiko für Premium abgelehnt werden. Das hängt natürlich von der Größe des Händlers ab, sodass kleine automatisch weniger "Druck" bekommen als große.

 

Durch abgelehnte Lieferungen würden wir aber letztlich Läden von der Versorgung abschneiden und Kunden auf dem Trockenen sitzen lassen - deshalb versuchen wir in solchen Fällen (2010 war der erste), diese Kunden vorübergehend direkt zu beliefern. Wenn der Händler seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, stellen wir die direkten Lieferungen natürlich ein und übertragen den Kunden wieder an den Händler.

 

 

 
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