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Wirkung


Wie verhält sich Koffein im menschlichen Stoffwechsel?

Koffein geht rasch aus dem Magen und dem Zwölffingerdarm ins Blut über. Die belebende Wirkung ist meist schon nach einer halben Stunde spürbar, dann ist bereits die höchste Konzentration im Blut erreicht. Koffein überwindet die Blut-Hirn-Schranke und auch die Plazenta-Schranke.
Kombiniert mit kohlensäurehaltigen Getränken wird Koffein vom Körper schneller aufgenommen. Koffein aus Tee ist an Gerbstoffkomplexe gebunden und wirkt daher langsamer und anhaltender als Koffein aus Kaffee. [4]

Wie lange dauert der Abbau von Koffein im menschlichen Körper?

Im Mittel beträgt die Halbwertzeit von Koffein zwei bis fünf Stunden. Bei Schwangeren ist die Halbwertzeit höher, sie liegt bei 7,5 bis 12,5 Stunden. Bei Neugeborenen hat sich die Koffeinmenge erst in 36 bis 144 Stunden halbiert. Flavonoide in Tee, Zucker, Kaffeesatz und Guarana-Ballaststoffe können den Abbau um bis zu sechs Stunden verzögern. Der Koffeinabbau wird durch Rauchen beschleunigt, Alkohol erhöht seine Blutserumkonzentration. Bei gleichzeitiger Aufnahme von Alkohol und Koffein nimmt die Reaktionszeit ab, und der Alkoholabbau verlangsamt sich. [4]

Wie wirkt Koffein im menschlichen Körper?

Koffein hat eine starke zentralnervöse Wirkung, ebenso bewirkt es eine psychomotorische Stimulation. Koffein beeinflusst Stimmung und Antrieb; Lernfähigkeit und Bewegungsdrang nehmen zu, Müdigkeit verschwindet. Schon in geringen Dosen beschleunigt Koffein die Herztätigkeit, den Stoffwechsel und die Atmung. Die Körpertemperatur steigt an, ebenso wie der Blutdruck. Im Gehirn verengen sich die Blutgefäße, in den Organen weiten sie sich, sie werden besser durchblutet. Koffein bewirkt auch eine Erweiterung der Bronchien und verbessert die Funktion der Atemmuskulatur. Außerdem bewirkt es eine Steigerung der Magensaftproduktion, der Darmbewegung und der Harnausscheidung. [4]

Macht Koffein süchtig?

Bei langfristiger und regelmäßiger Aufnahme von Koffein entwickelt sich eine Toleranz, also eine Abnahme der Wirkung. Außerdem kommt es zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit und dem Verlangen nach einer erneuten Zufuhr.
Die Symptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche beginnen meist nach 12 bis 24 Stunden und dauern zwei bis neun Tage. Allerdings ist das Abhängigkeitspotenzial so gering, das die WHO (World Health Organization, Weltgesundheitsorganisation) Koffein nicht als suchterzeugenden Stoff ansieht. Koffein stimuliert auch nicht wie andere Suchtmittel (Alkohol, Nikotin) den Dopamin-Stoffwechsel im Belohnungssystem im Gehirn. [1] [4]

Wie wirkt Koffein auf die Flüssigkeitsbilanz?

Grundsätzlich können Getränke mit Koffein zur täglichen Flüssigkeitsbilanz gezählt werden. Allerdings kann bei Personen, die selten koffeinhaltige Lebensmittel zu sich nehmen, schon eine kleine Menge Koffein eine Diurese (vermehrte Harnausscheidung) hervorrufen, da Koffein die Durchblutung der Niere anregt. Bei Menschen, die regelmäßig Kaffee, Cola oder andere Produkte mit Koffein verzehren, kommt es zu keiner vermehrten Harnausscheidung. Dies gilt bis zu einer Menge von etwa 1g Koffein pro Tag. Grund hierfür ist der Gewöhnungseffekt, der mit der Zeit die Wirkung des Koffeins im Körper herabsetzt. [11] [12] [1] [4]