>
KOHLENSÄURE
••Sonntag•, den 23. •Dezember• 2007 um 00:00 Uhr•

ist ja nichts weiter als in wasser gelöstes CO2, also klingt es schon lustig wenn wir uns über premiums CO2-bilanz gedanken machen weil doch kohlensäure drin ist? so schrieb zumindest ein kommentator hier, und parallel stellte sich raus dass der vorstandsvorsitzende unseres lieferanten eins der höchsten managergehälter deutschlands bezieht trotz sich immer weiter öffnender einkommens-schere laut aktuellem spiegel ... also haben wir uns nach alternativen umgesehen und dabei einiges herausgefunden.

kohlensäure / CO2 gibt es als natürliche quell- oder prozess-kohlensäure. "natürliche quellkohlensäure" klingt erstmal toll, bedeutet aber dass sie aus einer der drei? deutschen quellen (in der eifel, bei bad driburg und die dritte hab ich vergessen) gefördert werden muss. natürliche kohlensäure entsteht zb durch unterirdische vulkanaktivität und bleibt in einigen tausend metern tiefe, wenn man sie nicht durch anbohren und / oder gar einleiten von wasser herausholt. heisst im klartext: das CO2 der ach so natürlichen quellkohlensäure kommt zumindest kurzfristig betrachtet zusätzlich in die atmosphäre, denn ohne förderung würde sie erstmal da unten eingeschlossen bleiben. noch dazu muss man ggf. aufwändig reinigen weil fremdstoffe drin sind, und dann mit speziellen tiefkühl-tanklastern über einige kilometer zu getränke-abfüllbetrieben fahren, wodurch wieder CO2 ... aber immerhin kann man dann groß "natürliche quellkohlensäure" aufs etikett schreiben, am ende ist doch alles nur marketing, oder wie?

prozesskohlensäure / CO2 ist, man ahnt es schon, eher ein abfallprodukt industrieller prozesse wie zb der ammoniaksynthese, die trotz ihres komischen namens mit dem haber-bosch-verfahren anscheinend eine große nummer zb in der düngemittelproduktion ist. CO2 entsteht auch beim bierbrauen und in kohlekraftwerken, die sich in letzter zeit vermehrt als neutral darstellen wollen - indem sie das bei verbrennungen entstehende CO2 in die erde verpressen. ob man das an anderer stelle wieder als natürliche quellkohlensäure rausholt, wissen wir nicht. jedenfalls haben unternehmen generell mehr CO2 als ihnen lieb ist, und ableiten in die atmosphäre kostet geld über CO2-zertifikate, also sind abnehmer gerne gesehen. zumindest soweit unser halbwissen reicht, fällt dieses CO2 / diese kohlensäure bei o.g. prozessen sowieso mehr als gewünscht an und wird bei einsatz in getränken immerhin verwertet, was sie umweltfreundlicher als die eigens geförderte quellkohlensäure macht. der werbespruch "jetzt CO2-neutral rülpsen" wird aber wohl leider doch nichts, denn dabei stößt der menschliche körper es ja wieder aus, so wie beim atmen auch ...

 

•Zuletzt aktualisiert am ••Montag•, den 21. •Dezember• 2009 um 15:49 Uhr••