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Ökonomie

Aus PremiumWiki

Das Premium-"Betriebssystem" besteht aus den Haupt-Handlungsfeldern Ökologie, Soziales und Ökonomie; hinzu kommen noch Schutz- und Transferfelder. In allen Bereichen gibt es unterschiedlich gewichtete Module - Basismodule sind unserer Meinung nach Pflicht, einzelne Module sind wichtig aber nicht unbedingt zwingend, und die Arbeitsmodule bilden sozusagen die Kür.

Dahinter steckt eine Art grundsätzliches Hinterfragen der Arbeitsweise der gesamten Wirtschaft – es kann doch nicht sein, dass Verkäuferinnen wegen 1,67 Euro gekündigt werden, dass Manager Boni einstreichen nachdem sie „ihren“ Laden fast in den Konkurs gefahren haben, und dass Kunden dabei leider immer mehr zum lästigen Störfaktor werden, den man mit Computer-Telefonhotlines, seitenlagen Verträgen, Halbwahrheiten in der Werbung und ansonsten genereller Ignoranz auf Distanz hält. Die Kunden tragen doch letztlich durch ihre Käufe das Unternehmen, also läuft die Entwicklung insgesamt in eine verkehrte Richtung - da gilt es gegenzusteuern. Hier also die Module, die überwiegend im Handlungsfeld Ökonomie wirken und damit Geld aktiv als Gestaltungsmittel nutzen.

Modul "Kein Gewinn"

„Normale“ Unternehmen verrechnen (vereinfacht ausgedrückt) ihre Ausgaben und Einnahmen insgesamt, und übrig bleibt der Gewinn. Daher haben diese Unternehmen kurzfristig gedacht ein Interesse, ihre Ausgaben zu drücken indem sie z.B. mehrere Anbieter konkurrieren lassen, und/oder ihre Einnahmen zu steigern indem sie einen am Markt erzielbaren Preis verlangen anstatt dem Preis den sie für ihre Kostendeckung brauchen. Diese Grundhaltung „normaler“ Unternehmen ist unserer Meinung nach die Ursache von vielen Übeln … bei Premium wird deshalb nicht nur bis zur einzelnen Flasche und damit genauer gerechnet, wir haben auch das o.g. Gewinnstreben auf Kosten anderer praktisch ausgeschlossen.


Unsere flaschenweise Kalkulation besteht ausschließlich aus Zutaten, Löhnen, Kosten, Besonderheiten wie CO2-„Ausgleich“ oder Alkoholismusvorsorge und einem Rücklagen-Teil. Ein Gewinn-Anteil existiert nicht. Die Anteile je Flasche werden entweder direkt an einzelne Beteiligte gezahlt oder in eine „Kostenstelle“ z.B. für Strukturkosten wie Server usw. gebucht. Das klingt trivial, hat aber für das Kollektiv eine ganz entscheidende Folge: niemand kann mehr Geld bekommen indem er die Ausgaben für jemand anderen kürzt. Eine Steigerung der Einnahmen durch eine Preiserhöhung wäre ebenfalls keine Option, denn auch dadurch hat der Einzelne nicht mehr Anteile. Im Gegenteil, wir haben im Jahr 2008 sogar zweimal den Preis gesenkt, einfach weil wir konnten …

Auf der anderen Seite ergibt sich (zumindest für die Beteiligten mit festem Flaschen-Anteil) ein Interesse, durch „gute“ Arbeit langfristig stabile und ggf. starke Flaschenzahlen als Ergebnis zu erreichen. Hier ist das System noch nicht optimal, weil es z.B. denjenigen bevorteilen würde der nur große Clubs anspricht (so jemand haben wir bisher allerdings nicht) und den intensiven Kümmerer um mehrere kleine Läden evtl. nicht adäquat entlohnt. Da wird evtl. 2010 nochmal feingeschliffen …

Modul „Ist-Kalkulation“

Premium hat bis zur einzelnen Flasche definiert, welche Anteile an wen sie gehen bzw. für welchen Zweck sie verwendet werden. So haben wir immer Klarheit, wie viel Geld eigentlich vom Kontostand verfügbar ist – und ausgegeben werden darf nur, was da ist. „Normale“ Unternehmen arbeiten da teilweise mit sehr geringen Quoten an Liquidität, I II und III – wir arbeiten ohne die letzteren beiden bzw. würden das nur im Notfall tun, der bisher noch nicht eintrat.

Modul „Festpreise“

Wir haben in dem Modul „Konsensdemokratie“ feste Preise für Premium-Cola und Premium-Bier auf den Wegen vom Herstellungsbetrieb über den Großhändler zum Händler bis zum Gastronomen definiert. Deren Arbeit und Kostenbelastungen sind jeweils gut vergleichbar, ab dem Gastronomen sind die Ausprägungen einfach zu unterschiedlich (Kiosk mit 1 Meter Ladenbreite vs. 500-qm-Klub). Feste Preise sorgen dafür, dass mehrere Getränkehändler in einer Stadt sich nicht über einen Preiswettbewerb beharken, sondern über Service und / oder räumliche Nähe punkten, sich ggf. gegenseitig Kunden zuschieben können, immer genug Spanne für ihre Arbeit haben – aber dem Gastronomen auch nicht mehr Geld abnehmen als nötig (kommt z.B. bei Bio-Produkten vor). Darüber hinaus haben alle Beteiligten in der Kette große Planungssicherheit. Zusätzliche Leistungen mit Zusatzkosten sind natürlich möglich, sollten aber separat ausgewiesen werden – so schleichen wir das Modul „Transparenz“ sanft in unsere Partnerunternehmen ein.

Dieses Modul verlangt unserer Meinung nach das Modul „Anti-Mengenrabatt“. Es wirkt auch im Handlungsfeld Transfer wie oben erklärt.

Modul „Anti-Mengenrabatt“

Großhändler lassen größere Mengen fahren und verdienen daher je Einheit mehr als kleine Händler. Das ist auch ok so, sie machen ja mehr – einen zusätzlichen Mengenrabatt brauchen sie dann aber nicht mehr. Im Gegenteil, kleine und neu einsteigende Händler mit höheren Belastungen pro Einheit brauchen einen Anti-Mengenrabatt, um auf vergleichbare Spannen zu kommen. Übertreiben darf man das jedoch nicht, sonst fahren zig kleine Händler jeweils separate Touren (was unserem Modul „Transporte“ widersprechen würde). Der Anti-Mengenrabatt muss daher so feineingestellt werden, dass neu einsteigende und kleine Händler ausreichend unterstützt werden, aber eben nicht zuviel. Aktuell zweigen wir von jeder Flasche 1 Cent ab und zahlen für maximal ein Viertel der Gesamt-Jahresmenge 4 Cent je Flasche / 96 Cent je Kasten.

Dieses Modul dient nicht nur der direkten Unterstützung kleiner Händler, sondern zielt darüber hinaus auf den Markt insgesamt. Denn: Auch in der Getränkebranche entwickelt sich die Anbieterkonzentration laufend weiter, es entstehen immer weniger und immer größere Hersteller sowie Händler. Hat ein Unternehmen erst einmal eine Größe erreicht, die z.B. ein eigenes Logistiknetzwerk oder starke Marktmacht für Verhandlungen ermöglicht, ist es für kleinere Wettbewerber enorm schwierig mitzuhalten.

Premium versucht unter anderem durch das Modul „Anti-Mengenrabatt“, gezielt die Chancen für kleine Händler zu verbessern und der Anbieterkonzentration damit entgegenzuwirken. Darüber hinaus sind auch die Produkte Premium-Cola und Premium-Bier für sich betrachtet gegenläufig aufgestellt: wir nutzen kleine, bisher nur regional aktive Hersteller für unsere Produkte und erschließen ihnen durch (Internet-)Kommunikation sowie durch das mittlerweile vorhandene überregionale Händler- und Logistiknetzwerk einen nationalen oder sogar internationalen Markt (Österreich, Schweiz). Allein hätten sie das evtl. nicht geschafft - aber wenn die Struktur erst einmal steht, kann man wiederum anderen kleinen Herstellern nach Kräften helfen, was wiederum der Chancengleichheit dient und durch unsere Kooperationen umgesetzt wird …

Modul „Sofortzahlung“

Wenn der Auftrag erteilt und die Arbeit gemacht wurde, gibt es (vorausgesetzt das Geld ist da, siehe Modul „Ist-Kalkulation“) eigentlich keinen Grund mit der Bezahlung zu warten. Premium zahlt in der Regel am Tag eines Rechnungseingangs (manchmal schafft mans nur nicht wenn zuviel zu tun ist), und wir fragen auch regelmäßig nach Rechnungen die die andere Seite noch nicht geschickt oder ganz vergessen hat. Wenn Skonto angeboten wird, nutzen wir es nicht; siehe Arbeitsmodul "kein Skonto".

Modul „Kein Skonto“

Durch das Modul "Sofortzahlung" könnten wir regelmäßig viel Geld sparen, zumindest bei den Lieferanten die Skonto einräumen. Premium zieht jedoch kein Skonto ab, sondern zahlt sofort und vollständig, weil das eigentlich die Regel im Miteinander sein sollte.

Dieses Modul wirkt auch im Handlungsfeld Transfer.

Modul „Keine Zinsen“

Schnelle Zahlung erwarten wir natürlich auch von unseren Partnern, aber es kann bei jedem mal vorübergehend ein Engpass herrschen (dagegen empfehlen wir allerdings das Modul „Ist-Kalkulation“ J. Wenn ein Partner mal eine Rechnung länger liegen lassen muss, können wir das in den Grenzen des o.g. Moduls meistens akzeptieren – aber eben auch nicht immer, sonst platzt uns das Modul „Sofortzahlung“. Jedenfalls: Zinsen verlangen wir in solchen Fällen nicht, auch nicht wenn wir jemandem einen Kredit geben, denn Zinsen sind generell eine merkwürdige Sache (siehe hier und hier und hier.); außerdem helfen sie dem Engpass-Partner auch nicht weiter bzw. belasten ihn zusätzlich.

Modul "Arbeit gehört entlohnt"

Premium erfreut sich der Unterstützung einer ganzen Bande an hilfsbereiten Menschen, ob Kollektivisten oder "extern", die immer gerne einen Handschlag beitragen oder kostenlos für die gute Sache arbeiten würden. Tatsächlich ist dieses Bewusstsein rein psychologisch oft ein besserer Lohn als Geld oder Dankeskisten, aber die Grenze zur (absichtlichen oder unabsichtlichen) Ausbeutung bzw. Ungleichbehandlung ist nicht weit, und die Folgen sind weitreichend. Wenn wir im großen Stil kostenlose Arbeit annehmen würden, könnten wir den Beweis der Vereinbarkeit von Wirtschaft und Moral einpacken; denn dann würden wir mit ungleichen Voraussetzungen gegenüber dem Rest der Welt arbeiten. Also müssen wir regelmäßig und aktiv hinterher sein, um Menschen die Arbeit gemacht haben dafür einen möglichst fairen (so gut das eben abschätzbar ist) Lohn "aufzudrängen". Wer den nicht annehmen will, kann ihn auch spenden bzw. von uns an ein Ziel seiner Wahl spenden lassen, Kleinigkeiten kann man auch mal durchgehen lassen, aber im Prinzip bleibt es dabei: Arbeit gehört entlohnt.

(Natürlich arbeiten viele von uns auch an anderer Stelle in ehrenamtlichen Zusammenhängen oder für Spaßprojekte ohne Geld, deshalb hat sich folgende Unterscheidung eingebürgert: wenn die eigene Arbeit auf der anderen (Ergebnis-)Seite einen Beitrag zu Einnahmen bildet, ist es ok dafür einen Anteil zu verlangen. Tut sie das nicht, kann man auch ohne Lohn arbeiten - sonst würden viele gute Projekte ja gar nicht entstehen können ... Letzters war bei Premium die ersten Jahre so, wir danken allen die ihren Beitrag geleistet haben, mittlerweile ist das Ganze aber ein kleines Unternehmen geworden das anders an Arbeit herangehen muss)

Arbeitsmodul „Zahlungsausfallgarantie“

Wenn ein Gastronom seinem Getränkehändler oder ein Getränkehändler seinem Großhändler die gelieferten Premium-Produkte nicht bezahlt, bieten wir an, den Schaden zu ersetzen und uns das Geld (in Raten) vom aktuell Zahlungsunfähigen zurückzuholen. Diese Garantie mussten wir in acht Jahren nur einmal einlösen.Der ehemalige Schuldner fand das Vorgehen und unseren Umgang mit ihm so gut, dass er heute für uns arbeitet.

Dieses Modul verlangt das Schutzmodul „Konsequenz“.

Arbeitsmodul „Warenrücknahmegarantie“

Wenn ein Gastronom oder ein Händler unverschuldet auf Premium-Produkten sitzen bleibt, z.B. weil ein Kollektivist der sich um Kunden kümmern wollte das doch nicht tut, bieten wir an, die Waren zum Einkaufspreis plus eventueller Frachtkosten zurückzukaufen. Diese Garantie mussten wir bisher in über neun Jahren drei mal einlösen.

Dieses Modul verlangt unbedingt das Schutzmodul „Not-Ausschluss“.

Arbeitsmodul „Werbeverzicht“

Premium hat in dem Modul „Ist-Kalkulation“ bisher bewusst keine Anteile für Werbung, Sponsoring, „Freiware“, Werbekostenzuschüsse, Listungsgebühren, Rückvergütungen, Boni und sonstige finanzielle Spielereien – in der Annahme bzw. laut Beschluss im Modul „Konsensdemokratie“, dass Endkunden solche Sachen sicher nicht mitbezahlen und später mit Werbung genervt werden wollen, wenn sie die Chance haben etwas dagegen zu tun. Bei Premium haben sie die (es gibt aber Bestrebungen, zumindest sogannte Pull-Kommunikation – der Kunde „zieht“sich aktiv die angebotenen Infos, so wie Sie jetzt gerade) stärker anzubieten.


Hintergrund ist die Unterscheidung in Push-Kommunikation (die sich gegen den Willen des Empfängers in dessen Aufmerksamkeit drängelt) gegen Pull-Kommunikation (solche, die dieser sich der Empfänger aktiv = freiwillig zieht). Wir wollen nur letztere anbieten und hoffen dass das gesehen wird; die meisten Menschen machen sich allerdings schon kaum bewusst Gedanken über Werbung die sie sehen (und die durch stetige Belästigung leider auch wirkt), geschweige denn über Werbung die sie nicht sehen ...


Zugegeben, dieses Modul ist bisher ein ziemliches Hindernis, wenn es darum geht bekannter zu werden und die Transfermodule voranzubringen. Vielleicht können da auch die Kunden helfen? Wir haben ein paar Poster zum Download bereitgestellt.

Arbeitsmodul „Pfandwert“

Pfand auf Getränkeverpackungen ist eine knifflige Sache. Im Fall des Einwegpfands kommen die aktuellen Regelungen praktisch einer Subvention großer Hersteller und Discounter gleich, da die Herstellungskosten der Flaschen (im Fachdeutsch „Gebinde“) günstiger als ihr Pfandwert sind, auch inklusive der Plastikfolie oder des Pappkartons drumherum.


Im Fall des Mehrwegpfands gilt es zu differenzieren zwischen Flaschen- und Kistenpfand; ersterer ist z.B. mit 8 Cent je Longneck-Flasche je nach aktueller Marktlage deutlich unter dem Niveau des Einkaufspreises. Das heisst, hier entsteht beim Einkauf (vor Logistik) schon ein Verlust. Bei Kisten sieht noch schlimmer aus: hier ist der Pfandwert im Markt auf 1,50 Euro fixiert, obwohl Mehrweg-Getränkekisten in der Herstellung zwischen 3 und 5 Euro kosten können (je nach Marktlage, Menge, Gestaltung und Hersteller). Das heisst, bei jeder Kiste mit Flaschen die den Hof verlässt legt man Geld dazu – und da man immer mindestens dreimal so viel Leergut braucht wie man Flaschen verkaufen möchte (ein Teil steht beim Händler, ein Teil bei den Gastronomen und ein Teil in der Herstellung, vereinfacht gesagt), müsste man richtig Geld in die Struktur stecken das die Endkunden mitbezahlen … und jede Kiste die nicht zurückkommt, ist dann ein herber Verlust. Dennoch weigert sich der Handel, bei Kisten einen anderen Pfandsatz als 1,50 Euro zu akzeptieren. Was also tun?


Die von Premium-Cola früher genutzte AMG-Flasche hatte bisher einen Pfandwert von 15 Cent, und mangels einer Möglichkeit der Nachproduktion mussten wir nach und nach Longneck-Flaschen dazunehmen. Der Pfandwert ist allerdings gleichgeblieben, auch weil zu Anfang das Sortieren gar nicht machbar gewesen wäre . Die Longneck-Flaschen sind aber im Einkauf ein kleines bisschen günstiger, man bekommt sie für 12 bis 14 Cent pro Stück (besonders wenn man bei Kratzern nicht so pingelig ist wie manch anderer Hersteller), sodass wir an einer Flasche im besten Fall 3 Cent und an einer kompletten Kiste voll Flaschen demnach 0,72 Euro netto „verdienen“. Dem gegenüber steht der Verlust an der Kiste selbst, mindestens 3 Euro Kaufpreis bei nur 1,50 Euro Pfand – und beides gleicht sich bei wenig Kistenverlust auf Dauer ungefähr aus.


Auf diese Weise müssen wir den Leergutpool nicht von den Endkunden bezahlen lassen, er wird zuerst von uns und dann vom Handel und den Gastronomen zwischenfinanziert. Auf deren Kosten, weil sie mehr Geld in Pfand anlegen müssen? Bedingt stimmt das. Aber: es gibt einen Ausweg über den sogenannten Pfandschlupf. Vereinfacht gesagt, es kommen nicht immer alle Kisten komplett mit Flaschen zurück. Händler und Gastronomen, die auf Zack sind, können leere Kisten dann einfach wieder auffüllen und so je Kiste einen kleinen Bonus einstecken – das geht nur bei diesem Pfandwert, und zwar immer wieder ...


Mancher Händler nimmt es dann allerdings nicht so genau und gibt Kisten mit weißen, grünen und braunen Flaschen durcheinander ab – das geht natürlich nicht, hier muss man dann je nach Umfang 1. reden, 2. den Aufwand des Sortierens berechnen oder gar im Extremfall 3. die Annahme verweigern.